Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

weiterbildungSpätestens seit Bastian Sicks Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ ist uns allen bewusst, dass auch Erwachsene Schwierigkeiten mit den vier Fällen haben. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Sie Ihrem Kind alle Fälle sicher und korrekt vermitteln können, da es ab der vierten Klasse auf Genitiv und Co. treffen kann. Nutzen Sie unsere Tipps, um mehr Spaß in die Grammatikübungen zu bringen und Ihrem Kind das Lernen so zu erleichtern!

Das muss Ihr Kind über die Fälle wissen!

In der vierten Klasse begegnet Ihr Kind den vier Fällen. Dabei lernt es die Bezeichnungen (normalerweise noch nicht die lateinischen) und die Fragen, mit denen es die Fälle bestimmen kann:

  1. Fall: Wer-Fall (Nominativ): Wer oder was …? Beispiel: Peter kommt zu spät zur Schule. › Wer oder was kommt zu spät zur Schule?
  2. Fall: Wes(sen)-Fall (Genitiv): Wessen …? Zu wessen … Beispiel: Der Ärger seiner Lehrerin ist groß. › Wessen Ärger ist groß?
  3. Fall: Wem-Fall (Dativ): Wem …? Bei wem …? Mit wem …? usw. Beispiel: In der Pause erzählt er seinem Freund davon. › Wem oder was erzählt er in der Pause davon?
  4. Fall: Wen-Fall (Akkusativ): Wen …? Für wen …? An wen …? usw. Beispiel: Nachmittags macht er eine Strafarbeit. › Wen oder was macht er nachmittags?

Diese 3 Merksätze helfen Ihrem Kind bestimmt Sicherlich kennen Sie selbst aus Ihrer eigenen Schulzeit noch einige Eselsbrücken, mit denen Sie sich Vokabeln, mathematische Formeln oder Jahreszahlen gemerkt haben. Geben Sie Ihrem Kind folgende kurze Eselsbrücken an die Hand, um sich Wissenswertes zu den Fällen besser merken zu können.

  • Wessen? hat zwei „s“, deshalb ist es der zweite Fall (= Genitiv/Wessen-Fall).
  • „Aus, bei, von, nach, mit, zu, seit – der dritte Fall steht schon bereit (= Dativ/Wem-Fall).“ Beispiel: Abends liest Mama immer aus dem dicken Märchenbuch vor. › Aus wem liest Mama abends immer vor?

„Durch, für, gegen, ohne, um, wider – schreibt man stets im vierten Fall nieder (= Akkusativ/Wen-Fall).“ Beispiel: Der Zug fährt durch einen langen Tunnel. › Durch wen fährt der Zug?

Lehrerin erteilt NachhilfeSo hat Ihr Kind Spaß an den Fällen!

Kennen Sie das? Bei kurzen Sätzen bestimmt Ihr Kind die Fälle problemlos, aber in langen Satzgebilden hat es seine Mühe. Geduldig erklären Sie ihm dann die Grammatik. Schon bald hat es wieder eine Nachfrage, und Sie beginnen wieder aufs Neue mit Ihren Erklärungen. Für Ihr Kind ist das Zuhören auf Dauer anstrengend, und es fängt vielleicht an zu schimpfen: „So etwas Langweiliges! Wozu ist das denn überhaupt wichtig?“ Das Ende vom Lied ist dann, dass Ihr Kind überhaupt nichts mehr versteht. Peppen Sie mit unseren fünf einfachen Tricks die nächste Grammatikübung auf, und bringen Sie die Augen Ihres Kindes so zum Leuchten!

  1. Motivieren Sie Ihr Kind mit eigenen Beispielen! Sicherlich ist es hilfreich, wenn Ihr Kind mit Arbeitsblättern lernt. Allerdings macht es mehr Spaß, wenn es mit Beispielen üben kann, die aus seinem eigenen Leben gegriffen sind. Nehmen Sie sich deshalb immer wieder die Zeit, und formulieren Sie ein paar Sätze z. B. zum gestrigen Ausflug, zum letzten Schwimmtraining oder zu Omas Geburtstagsfeier. Der aktuelle Bezug sorgt bestimmt für eine erhöhte Motivation.
  2. Hat Ihr Kind schon ein Fälle-Spiel? Schreiben Sie die vier Fälle auf rote Zettel. Zusätzlich benötigen Sie 28 weiße Zettel. Notieren Sie folgende Nomen mit ihren Artikeln darauf: der Mann, des Mannes, dem Mann, den Mann, die Frau (2 Mal), der Frau (2 Mal), das Kind (2 Mal), des Kindes, dem Kind, die Katze (2 Mal), der Katze (2 Mal), der Hund, des Hundes, dem Hund, den Hund, das Spiel (2 Mal), des Spiels, dem Spiel, der Fön, des Föns, dem Fön, den Fön. Legen Sie die roten Zettel nebeneinander. Ihr Kind muss nun die weißen Zettel den passenden Fällen zuordnen. Wenn Ihr Kind Fehler macht, so legen Sie die jeweiligen Karten kommentarlos zur Seite und lassen es erneut überlegen. Kommt es noch immer nicht auf die richtige Lösung, formulieren Sie Sätze mit den jeweiligen Wörtern und lassen Ihr Kind die passenden Fragen nennen. Dann soll es die Karten an den richtigen Platz legen. Erhöhen Sie das Niveau, indem Sie die Anzahl der Karten mit weiteren Nomen beliebig erweitern.
  3. Sätze würfeln macht Spaß! Bekleben Sie einen Würfel mit den Artikeln der, die, das, dem, des und den. Beschriften Sie außerdem kleine Zettel mit Nomen ohne Artikel. Nun würfelt Ihr Kind und zieht einen Zettel. Seine Aufgabe ist es, einen Satz zu bilden, in dem das Nomen mit dem entsprechenden Artikel vorkommt (z. B. den-Sandkasten: Die Mutter setzt das Baby in den Sandkasten). Fragen Sie Ihr Kind dann noch nach dem Fall des Nomens (im Beispiel: Wen-Fall/Akkusativ).
  4. Welche Fall-Karte muss ich hier ziehen? Schreiben Sie die Bezeichnungen der vier Fälle und die entsprechenden Fragen auf verschiedenfarbige Zettel. Stellen Sie noch ein zweites Set her. Geben Sie dann Ihrem Kind und mindestens einem weiteren Mitspieler (am besten ein Klassenkamerad mit ähnlichem Kenntnisstand) ein Set mit jeweils vier Fall-Karten. Nun zeigen Sie einen Beispielsatz, bei dem ein Satzteil unterstrichen ist. Welcher der beiden Spieler hält als Erster die richtige Karte hoch? Der Sieger erhält einen kleinen Preis für seine Kenntnisse.

Der Genitiv ist doch gar nicht so schwer! Schreiben Sie auf 16 Zettel Nomen. Legen Sie die Karten verdeckt auf den Tisch. Nun dreht Ihr Kind immer zwei um und bildet Genitive (z. B. Schale-Mandarine › die Schale der Mandarine, Hals-Giraffe › der Hals der Giraffe, Pilot-Flugzeug › der Pilot des Flugzeugs). Je weniger die beiden Nomen inhaltlich miteinander zu tun haben, desto mehr Spaß wird Ihr Kind beim Formulieren haben (z. B. Haare-Computer › die Haare des Computers). Mit einem oder mehreren Spielkameraden kann Ihr Kind ein Wettspiel machen: Für jede richtige Lösung gibt es einen Punkt. Wer hat als Erster fünf Punkte und ist der Genitiv-König? Sie benötigen eventuell mehr Karten.

Die Lehrkräfte der ILA helfen Ihrem Kind gerne bei allen Herausforderungen im Schulalltag. Hier geht’s weiter

 



Kommentare sind geschlossen